11. Tag: 95,7 km, Lienz – Sillian – Innichen – Toblach – Bruneck – Kematen
Auch heute starteten wir früh um 8.45. Der asphaltierte Radweg führte uns parallel zur Pustertalerstrasse. Unsere Route stieg stetig an bis zu Toblach, wo die Wasserscheide liegt. Das Wasser der Drau fliesst östlich in die Donau und zum Schwarzen Meer. Die Rienz auf der westlichen Seite mündet in die Etsch und endet in der Adria. Der Gegenverkehr zeigte deutlich, dass die meisten Menschen die Route von Toblach Richtung Lienz machten. Kein Wunder: Es geht halt mehr oder weniger runter. Immer wenn ein Zug bei einer Station hielt, kamen uns ganze Gruppen entgegen, die Ihre Räder dort mieteten. Unterwegs stillten wir unseren Durst mit Holunderblütenschorle.
Vom Grenzübertritt kurz nach Sillian merkten wir nicht viel. Einzig an die andere Art der Beschilderung mussten wir uns wieder gewöhnen. Was sehr hilfreich ist, sind die Markierungen auf dem Boden. Die Pfeile zeigen bei den Abzweigungen in welche Richtung es geht.
Kurz vor Bruneck mussten wir uns etwas stärken und den Durst löschen. Da kam uns das Restaurant bei einem Sportplatz sehr gelegen. Spaghetti für Stefan und Bruschetta für mich füllten unsere Energiespeicher wieder auf und wir konnten den letzten Teil unserer heutigen Etappe unter die Räder nehmen. Es waren weder die Hitze noch die vielen Kilometer, die uns zu schaffen machten, sondern die Sonne, die immer von der gleichen Seite auf uns schien. So war es nicht verwunderlich, dass wir links deutlich röter waren als recht. Wie toll, dass es sehr wirksame Aftersun-Cremen gibt.
Die nächsten zwei Tage verbringen wir im Hotel OLM Nature Escape. Den Tipp dazu gab uns meine Arbeitskollegin Ursula Gassmann. Damit krönen wir wohl unsere Reise unterkunftsmässig und gönnen uns einen zusätzlichen Stern. Es ist wirklich ein ganz spezielles Hotel. In der Mitte der Garten mit dem Schwimmbad und rund herum die Zimmer und alles was es noch so braucht. Es gibt Zimmer, deren Balkon geht auf den Garten und die anderen haben Aussicht auf die Umgebung. Dar Garten mit dem Schwimmbad ist schön angelegt mit Wiese und vielen Bäumen. So finden wir immer etwas Schatten. Und nach dem Bad ist ein bisschen Sonne angenehm, weil es immer etwas windet.
Als Nachtessen gab es ein Buffet mit lokalen Speisen und Lebensmitteln: verschiedene gekochte Gemüse lecker mariniert, Spinatknödel, Gulasch mit Kartoffelbrei, geräucherten Fisch, Speck und anderes Rauchfleisch. Den Abschluss bildeten marinierte Pfirsichschnitze mit carmelisiertem weissem Schockolade-Eis. Das Highlight für mich waren die gekochten Randenschnitze, die in einer Sauce aus Joghurt mit Meerrettich mariniert waren. Eine sehr passende Kombination.
Beim Einschlafen bereuten wir dann jedoch, den einen oder anderen Nachschlag vom feinen Essen. Wir waren froh, zu wissen, dass wir morgen ausschlafen konnten.



























